publikums wünsche

Auf den Bühnen des deutschen Journalismus spielen seit kurz vor Weihnachten verschiedene Stücke rund um den Aufstieg und Fall des Reporters Claas Relotius. Je nach Regisseur betonen die Inszenierungen die Schuld des Protagonisten und seiner “kriminellen Energie”[1] oder die Schuld des Systems – wahlweise des Systems “SPIEGEL”[2], des Systems “Atmosphäre”[3] oder des Systems “Haltung”[4].

“Wie”, fragte mich die Tage eine Journalistenfreundin, “wirkt das denn auf Dich? Also quasi ‘von außen’?”. Kurz zusammengefasst (und dann gleich unten ausführlicher): Das Spektakel wirkt auf mich wie das bekannte Experiment, in dem Probanden reihenweise übersahen, dass in einem Video ein Gorilla durch das Bild spazierte, nachdem sie angewiesen worden waren, zu zählen, wie oft die Spieler in den weißen Trikots den Ball hin- und herpassten[5]. Die Journalistenzunft, so scheint es mir, ist dermaßen beschäftigt damit, die Verantwortung für die fantasievollen Schilderungen des Claas Relotius hin- und herzuschieben, dass sie dabei die eigentliche Fragen übersieht, die mitten auf der Bühne stehen: Was gilt – im Kontext journalistischer Arbeit – als Wahrheit[6]? Was gilt als Wirklichkeit? Und wer zieht die Grenzen, an denen “Wahrheit” zu “Lüge” oder “Wirklichkeit” zu “Fiktion” wird?

Verbrechen und Strafe?

Praktisch alle Artikel, die ich rund um den Fall Relotius gelesen habe, unterstellen – zumeist implizit – dass es einen selbstverständlichen und offenbar unter Journalisten allgemein gängigen Konsens darüber gibt, was “Wahrheit” oder “Wirklichkeit” ist[7]. Von diesem impliziten Konsens ist Claas Relotius in seinen Artikeln abgewichen. Das stellt – das zeigt schon die Kategorisierung der Vorgänge als “Fall” oder “Causa” – in den Augen der Journalistengemeinschaft ein Vergehen (oder sogar ein Verbrechen) dar, das entsprechend geahndet werden muss. Mit Ahndung und Strafe – in Kombination mit der Einrichtung zusätzlicher Kontrollmechanismen, beispielsweise in der SPIEGEL-Dokumentation – wäre dann der “Fall” abgeschlossen, die Ordnung wieder hergestellt und die Welt wieder im Lot[8].

Der SPIEGEL selbst zitiert in seiner Selbstanalyse als Richtschnur für die Wiederherstellung der rechten Ordnung (aka “Glaubwürdigkeit”) wiederholt – und auch auf der Titelseite des letzten Hefts 2018 – das im SPIEGEL-Haus von der Wand strahlende Mantra von Rudolf Augstein: “Sagen, was ist”. Ob irgendjemand – egal ob Journalist oder nicht – überhaupt jemals sagen kann, “was ist”, steht dabei nicht zur Debatte – ebensowenig wie die Frage, wer eigentlich entscheidet, ob etwas, das gesagt wird, das sagt, was ist.

Von Über- und Geringschätzung

Beides – die Annahme, irgendjemand könne sagen, was ist, und das Übergehen der Frage, wer über den Wahrheits- oder Wirklichkeitsgehalt einer (journalistischen) Aussage entscheiden kann – ist fahrlässig, insbesondere in Zeiten, in denen alle möglichen bisherigen Bollwerke von Wahrheitspflege und -findung ohnehin aus verschiedenen Richtungen unter Beschuss stehen. Aufs Unglücklichste vermischt sich hier eine Selbst-Überschätzung der Journalistenzunft mit einer Geringschätzung ihres Publikums  – und keines von beiden wird thematisiert.

Da der Jahreswechsel ja traditionell eine Zeit ist, in der das Wünschen noch hilft, fasse ich die Argumente für meine Kritik in vier Wünschen zusammen, die ich an Journalistinnen und Journalisten für das Jahr 2019 (und darüber hinaus) habe[9].

Erstens: Nicht glauben zu wissen, was ist

Ich wünsche mir Journalistinnen und Journalisten mit Demut vor der Erkenntnis, dass niemand jemals wissen – und also noch viel weniger: sagen – kann, “was ist”. Eigentlich gehört diese Einsicht seit Menschengedenken zum Repertoire der Wahrheitssucher – vom sokratischen οἶδα οὐκ εἰδώς, dem: “Ich weiß, dass ich nicht weiß”[10], bis zu Max Frischs Gedanken über “das Unsagbare, das Weisse zwischen den Worten”[11]. Aber auch ohne jede philosphische oder spiritiuelle Überhöhung: Wer etwas in Worte fasst, lässt immer im selben Atemzug automatisch auch etwas anderes weg und fügt damit unweigerlich Dinge zusammen, die “in Wirklichkeit” nie ganz genau so zusammen getroffen sind.

Wenn ich jetzt und hier schreibe, dass auf dem Tisch vor mir eine Tasse mit grünem Tee steht, dann schreibe ich eben gleichzeitig nicht, was sonst noch auf dem Tisch steht oder liegt, wieviele Staubpartikel zwischen Tasse und Tisch eingezwängt sind, was gestern in der Tasse war, wie ich den Tee zubereitet habe oder ob er für mich oder für jemanden anders gedacht ist. Diese und tausenderlei andere Kleinigkeiten führen dazu, dass ich, wenn ich sage, was ist, niemals sage, was “wirklich” ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wenn ich einen journalistischen Bericht lese, bin ich Euch Journalistinnen und Journalisten sehr dankbar dafür, dass Ihr auswählt und Euch und mich auf das fokussiert, was für unser jeweiliges Thema relevant ist. Ich wünsche mir nur, dass Ihr darüber nicht aus den Augen verliert, dass Ihr dabei nie sagen könnt, “was ist”[12].

Zweitens: Sinneseindrücke bedachtsam filtern

Ich wünsche mir Journalistinnen und Journalisten mit Bedacht- und Behutsamkeit im Umgang mit Sinneseindrücken. Wenn Ihr mir von fremden Ländern und Menschen berichtet, die zu erforschen ich selbst nicht die Zeit, das Geld, die Muße oder den Mut habe, dann leiht Ihr mir auf Euren Expeditionen Eure Augen und Ohren – und alle Eure anderen Sinne. Während Ihr tagsüber bei peitschendem Sandsturm auf der Flucht vor speerschwingenden Angreiferhorden durch endlose Wüsten galoppiert und abends am glutarmen Feuer mit steif gefrorenen Fingern Eure Notizen auf klamme Papierfetzen kritzelt, genieße ich den morbiden Luxus, in bequemen Kissen jenseits aller Gefahr bei einer warmen Tasse Tee zu lesen, was Ihr schreibt. Dabei sehe ich durch Eure Augen, wie Menschen leben und leiden, und ich höre durch Eure Ohren ihre Geschichten, ihr Lachen und ihre Klagen.

Natürlich verlasse ich mich darauf, dass Ihr das, was Ihr berichtet, tatsächlich gesehen, gehört, gespürt, gerochen oder geschmeckt habt. Und ich verlasse mich darauf, dass Ihr unwichtige Sinneswahrnehmungen ausblendet, weil es meist irrelevant ist, ob die Klimaanlage surrt (wenn wir nicht gerade zusammen in einem Bericht über globalen Stromverbrauch stecken), wem die Glocke die Stunde schlägt oder zum wievielten Mal der Hahn gerade kräht. Im Tausch gegen Eure Filterarbeiten gönne ich es Euch, wenn Ihr Euch und mich gelegentlich darauf hinweist, wie passend es wäre, wenn gerade jetzt ein Hauch von Jasmin durch die Luft wehen würde, und ich nehme es Euch nicht übel, wenn dann in Eurer Geschichte an der passenden Stelle der Jasminduft vorbeizieht. Denn: Ihr wisst ja, dass ich weiß, dass Ihr wisst, dass ich weiß, dass es “in Wirklichkeit” nur nach Reinigungsmitteln und altem Schweiß roch. Ich wünsche mir nur, dass Ihr nicht versäumt, genau dann vom Geruch nach Reinigungsmitteln und altem Schweiß zu berichten, wenn das für unser gemeinsames Verständnis des Themas wichtiger ist, als der poetisch herbeigeschriebene Jasmin.

Drittens: Weltbilder aufbauen, festigen – und zerstören

Ich wünsche mir Journalistinnen und Journalisten mit Verantwortungsbewusstsein für ihre Rolle beim Aufbau, bei der Festigung und bei der Zerstörung von Weltbildern. Eure Arbeit endet nicht, wenn Ihr Eure Sinneseindrücke mit mir geteilt habt. Eure nächste – und vermutlich sogar wichtigere – Aufgabe ist es, Euer Urteilsvermögen mit mir zu teilen[13]. Ich möchte verstehen, ob das, was wir gemeinsam gesehen, gehört, gespürt, gerochen oder geschmeckt haben, das war, was Ihr vorher vermutet hattet, oder ob es Euch überrascht hat. Dabei verlasse ich mich auch darauf, dass Ihr unsere gemeinsamen Sinneseindrücke um Eure sachlichen Recherchen ergänzt: Welche der Beispiele, die wir getroffen haben, sind typisch für die Statistik? Warum? Welche Beispiele widersprechen der Statistik? Und wieder: Warum? Was von dem, was Ihr berichtet, hat Eure Erwartungen bestätigt? Was hat sie übertroffen? Was hat sie widerlegt? Was hat Euch verblüfft, verwundert oder erschreckt? Was hat Euer Weltbild zum Wanken gebracht? Wenn Ihr die Perspektive gewechselt habt, wie habt Ihr Euch danach neu orientiert?

Wenn Ihr offenlegt, wie Eure Beobachtungen und Erfahrungen zu den Annahmen und Analysen passen, mit denen Ihr Euch auf die Reise gemacht habt, dann kann ich selbst meine eigenen Annahmen und Analysen auf den Prüfstand stellen. Ich wünsche mir, dass Ihr mich nach und neben dem gemeinsamen Eintauchen in Bilder, Geräusche, Texturen, Gerüche und Geschmäcker auch auf Eure eigene Erkenntnisreise mitnehmt. Damit helft Ihr mir nicht nur, das jeweilige Thema besser zu verstehen, sondern Ihr seid zugleich auch Vorbilder in unserer gemeinsamen Wahrheitssuche, von der wir beide wissen, dass sie niemals ans Ende gelangen kann – und die wir trotzdem (oder: gerade deshalb) nicht aufgeben.

Viertens: Dem Publikum auf Augenhöhe begegnen

Ich wünsche mir Journalistinnen und Journalisten mit dem Mut, das Publikum als Gesprächspartner auf Augenhöhe und als Gefährten bei der gemeinsamen Erforschung von Wahrheit und Wirklichkeit anzunehmen. Auch wenn es Euch gelegentlich so erscheinen mag: Ihr macht Euch das Leben und das Schreiben nicht leichter, wenn ich als Leserin für Euch nichts bin als eine schwanzwedelnde Hündin, der man in passenden Abständen Leckerlis zuwirft. Ich möchte auch nicht die Rolle des dummen Schulmädchens spielen, dem ihr die Welt erklärt, und ich bin keine naive Konsumentin, der Ihr Euer nächstes Produkt-Upgrade mit schrillen Marketingattacken schmackhaft machen müsstet. Ihr und ich und all die anderen Leserinnen und Leser da draußen: Wir sind fühlende, denkende Menschen, die versuchen sich ihren Reim auf die Welt zu machen – dabei reimen natürlich manche im eleganten griechischen Versmaß und manche im hipphoppen Rap, aber das ist bei Euch nicht anders als bei uns.

Wie jede gute Beziehung muss auch unsere auf gegenseitigem Respekt beruhen, und der beginnt nicht damit, dass einer den anderen für dumm hält oder verkauft. Wir können – wie Ihr – vielschichtige Wahrheiten vertragen, und wir können – wie Ihr – auch schillernde Wirklichkeiten verstehen. Wenn uns an manchen Tagen der Sinn dennoch einfach nur nach Unterhaltung steht, dann heißt das nicht, dass Ihr anders arbeiten oder schreiben müsst. Dafür haben wir ja die Angebotsvielfalt der Literaten – die Romanciers und Dichterinnen, die Youtuberinnen und Blogger, die Satirikerinnen und die Komiker. Was Euch und uns betrifft: Ich wünsche mir, dass wir so miteinander umgehen, dass Ihr nicht glaubt, mich vor meiner – von Euch angenommenen – Triebhaftigkeit, Dummheit oder Leichtgläubigkeit schützen zu müssen. Im Gegenzug verspreche ich Euch, dass ich auf die – von mir angenommene – Sachlichkeit, Sinnhaftigkeit und Aufrichtigkeit Eurer Arbeit vertraue – auch wenn es manchmal nach Jasmin duftet und auch wenn Eure Ergebnisse alle meine Vorurteile widerlegen.

* * *

Zu guter Letzt: Claas Relotius wünsche ich in der nahen Zukunft Menschen, die seine eigene Geschichte verständnisvoll und ohne Häme anhören – und dann hoffentlich demnächst wieder ein Publikum, das ihn und seine Geschichten wertschätzt, weil alle sich darüber verständigt haben, was ist und was nicht ist.


[1] So Ullrich Fichtner in seiner “Rekonstruktion in eigener Sache” im SPIEGEL vom 19. Dezember 2018 hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[2] So – in aller Höflichkeit – ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im Interview vom 22. Dezember 2018 mit Markus Brauck und Isabell Hüllsen veröffentlicht ebenfalls im SPIEGEL hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[3] So Thomas Assheuer in der ZEIT, online veröffentlich am 26. Dezember 2018 unter dem Titel “Die Welt als Reportage”, und zwar hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[4] So Gerhard Strate in einem Gastbeitrag im CICERO, online veröffentlich am 27. Dezember 2018 unter dem Titel “Wenn ‘Haltung’ mehr zählt als Wirklichkeit”, und zwar hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[5] Das Video – ebenso wie weitere Informationen über die zugehörigen Forschungen von Daniel Simons und Christopher Chabris seit den 1990er Jahren – ist auf dieser Seite zu finden [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[6] Über die allgemeine (Un-) Zuverlässigkeit von Wahrheit und Wirklichkeit habe ich vor einiger Zeit auf diesem Blog reflektiert – nachzulesen z.B. hier oder hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[7] Eine wohltuende Ausnahme ist der Artikel von Konstantin Richter in der ZEIT, online veröffentlicht am 27. Dezember 2018, der zwar auch eine “Systemschuld” postuliert (und zwar des “deutschen” im Gegensatz zum “amerikanischen” Journalismus), in diesem Zusammenhang aber selbstkritisch darüber reflektiert, ob und wie er selbst kreativ mit seinem Material umgegangen ist. Der Artikel ist hier [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[8] Die Erläuterungen des SPIEGEL zur geplanten Aufarbeitung der “Causa” wurden ebenfalls am 19. Dezember 2018 veröffentlicht und finden sich hier. Darin heißt es unter anderem: “Ausgehend vom Fall Claas Relotius werden wir überprüfen, welche Arbeitsabläufe, welche Dokumentationspflichten, welche organisatorischen Rahmenbedingungen wir verändern müssen, um unter anderem die Verlässlichkeit von Recherche und Verifikation zu erneuern und das Vertrauen in die journalistische Schlagkraft des Hauses wiederherzustellen” [retrieved Dec 30, 2018].BACK TO TEXT

[9] Sicherheitshalber merke ich hier an, dass selsbtverständlich viele mir bekannte Journalistinnen und Journalisten (und vermutlich noch viel mehr mir nicht bekannte Journalistinnen und Journalisten) bereits 2018 (und in den Jahren davor) die folgenden Wünsche teilweise oder vollständig erfüllt haben. Aber wie das mit Neujahrswünschen so ist: Man kann sich immer wieder Frieden und Gesundheit wünschen, weil man ja nie weiß, ob das im nächsten Jahr nicht plötzlich zur Mangelware wird.BACK TO TEXT

[10] Platon, Apologie des Sokrates, 21d–22a.BACK TO TEXT

[11] Max Frisch, Schwarzes Quadrat. Zwei Poetikvorlesungen. Herausgegeben von Daniel de Vin (Frankfurt 2008), S. 23f. (Vorlesungen von 1981, darin zitiert von Frisch selbst nach einem ursprünglichen Tagebucheintrag von 1946).BACK TO TEXT

[12] Das gilt im übrigen ganz abgesehen davon, dass es ja auch Situationen gibt, in denen Ihr absichtlich verfälscht, um beispielsweise Opfer oder Auskunftsgeber zu schützen, wofür ich Euch ebenfalls dankbar bin. Und es gilt kurioserweise auch umgekehrt für diejenigen, die Geschichten erfinden – man denke nur an Thomas Manns legendäre Kabbeleien mit der Lübecker Gesellschaft, die sich in den Buddenbrooks angeblich allzu treffend abgebildet fand.BACK TO TEXT

[13] Hier trennt sich die Aufgabe der Journalisten von derjenigen der Schriftsteller, die es je nach Belieben auf sich nehmen oder bleiben lassen können, das Geschilderte einzuordnen. Anregend (und ganz bewusst nicht-journalistisch) zu lesen sind hierzu übrigens die Überlegungen von Maximilian Buddenbohm über den Unterschied zwischen Szenen und Geschichten, veröffentlich am 20. Dezember 2018 auf seinem Blog.BACK TO TEXT

What I Do When I Work (2/2)

Executives engage in conversations with me on topics high on their agenda because of the 10,000s of hours of consulting experience I bring to the table[1]. They value the fact that I have seen literally hundreds of businesses, worked with literally hundreds of managers, and observed literally hundreds of organizations in their specific ways of functioning – or dysfunctioing.

Continue Reading

What I Do When I Work (1/2)

Some time this week, it will have been 2,000 days since I started my own consulting practice. Even if I had only worked on two out of three of these days, and never more than 8 hours per day (both of which are probably underestimations), the total time I spent on doing what I do for work will by now have surpassed 10,000 hours. By common wisdom[1], these 10,000 hours equal the achievement of me really knowing what I do – “the level of mastery associated with being a world-class expert – in anything”[2].

Continue Reading

angriffsflächen

Eine Wahl von Friedrich Merz zum Parteivorsitzenden der CDU – und damit dann wahrscheinlichem Kanzlerkandidaten und möglichem zukünftigen Bundeskanzler – würde, schrieb Thomas Knüwer gestern in einem lesenswerten Blog-Artikel auf “Indiskretion Ehrensache” – “zu[r] Destabilisierung der Gesellschaft beitr[agen], weil er in zu vielen Gebieten nicht frei entscheiden kann ohne sich in den Ruf der Beeinflussbarkeit zu bringen”[1].

Continue Reading

Emocracy: Conclusions

This post concludes my investigation of emocracy[1]. I started by describing how emotions rule our world in an unprecedented way; looked at how psychology and social media contributed to this rise of the reign of emotions, in particular with regard to hate; explored the benefits and the losses of emocracy, as well as the tipping point we have reached today; and thought through seeing our emotional landscape as a commons to jointly care for as well as considering a right to the freedom of emotions. Two posts ago, I wrote about how regarding emotions as a commons might work for reasonably delimited communities who can agree on the principles and practices to care for their shared emotional landscape. And in the last post, I pointed out that assuming a right to the freedom of emotions implies a right to express emotions – which in turn brings plenty of challenges. Both views result in a collective outer display of emotions: Either in terms of a common emotional space collectively looked after by the community; or in terms of a public cacophony of individual emotional expressions created by and accessible to all.

Continue Reading

Emocracy: Freedom of Emotions?

In many ways, our shared emotional landscape is a commons that needs to be cared for by our joint effort[1]. However, this perspective restricts the scope of emocracy to clearly delimited communities who then still face the challenge to define – and subsequently uphold – the principles and practices to govern the emotions populating their shared spaces. Following a more recent historical trend, a broader  – and potentially global – approach would be to include emotions in the basic set of human rights: the French Revolution’s and American Independency’s way of describing universal characteristics valid for everybody on this planet. What if there was an article saying: “Everyone has the right to freedom of emotions and their expression”, similar to the existing article 19: “Everyone has the right to freedom of opinion and expression”[2]?

Continue Reading

Emocracy: Commons of Emotions

Living in an age of emocracy, we are tasked with finding ways to manage the transition of our emotional subjectivities into a commonly agreed upon intersubjective reality of human beings’ feelings[1]. Fortunately, the history of humanity has many examples of how people created common structures, stories, or stratagems out of individual stances, insights, or interests. Unfortunately, practically all of these examples have their successful and unsuccessful manifestations, and none (so far) has survived unaltered across times and places. Over the next three posts, I will examine three possible starting points for creating a shared emotional perspective, transforming our feelings from subjective attitudes into a shared intersubjective view. The three concepts I will investigate are: The idea of the commons; (human) rights; and transcendence.

Continue Reading

No more posts.